Beiträge von Wilferedh

    Fortsetzung von „Spitze Öhrchen"

    Sehr schön, lieber Sohn, gleich morgen Früh brichst du auf. Der Herr Vater hatte unseren wagemutigen Jung-Elben schon lange nicht mehr „lieber Sohn" genannt, was auch dem Großvater auffiel, denn er sagte; du verwöhnst den Jungen zu sehr. Bevor Wilferedh einschlief, sah er nochmal zum Fenster, dessen Laden nicht geschlossen war. Draußen standen die dick verschneiten Mallorn-Bäume und der Schnee auf Ästen und Dächern glitzerte im Mondlicht. Dieses Bild würde er die nächsten Tage vermissen. Ihm graute, ein wenig, vor der Stadt, denn dort soll es, Gerüchten zu Folge, eine lockere Moral vorherrschen, weswegen sich Tante Luziël wohl dort auch so schnell einlebte.

    Der Morgen weckte unseren Abenteurer mit Sonnenschein und Kreischen, verursacht von Vögeln, die um die Wurzeln der Bäume herum, im Schnee, sich um die Küchenabfälle stritten. Der Papa hatte eine Reisegelegenheit organisiert. In der Waldsiedlung war ein Händler der Menschen anwesend und sein nächstes Ziel war die weiße Stadt. Nach dem Frühstück, was recht kärglich ausfiel, weil Opa mal wieder auf eine doppelte Portion bestand. Na ja, es war schließlich sein Baum, auf dem die Familie wohnte. Als Wilferedh vom Baum abstieg wartete der Händler schon am Fuß und begrüßte ihn mit einem freundlichen Hallo. Artig antwortete der Fahrgast mit einem Suilannad (einen Gruß geben) auf Elbisch.

    Von der Fahrt ist nichts spektakuläres zu berichten. Einmal wurden sie von Wargen (große, wolfsähnliche Tiere) verfolgt, sodass sie ganz schön, auf dem Kutschbock, durchgeschüttelt wurden, ob dem Affenzahn, den die Pferde drauf hatten. Ein andermal kam es an einer Kreuzung, beinahe zu einem Unfall, wobei die andere Partei, zwei Orks, behaupteten die Vorfahrt gehabt zu haben. Das Übliche halt, wenn man reist. Wie schrieb einst ein kluger Hobbit; die Straße ist ein gefährlicher Ort und wenn du nicht auf deine Füße achtest, weist du nie wohin sie dich tragen.

    Am Mittag tauchte, gleich hinter dem Waldrand, die weiße Stadt am Horizont auf und zwei Stunden später fuhren sie durch das prachtvoll verzierte Tor. Der Händler ließ die Pferde am großen Platz, mitten in der Stadt, halten und ermahnte seinen elbischen Fahrgast, die Details vom beinahe Unfall nicht zu vergessen, für den Fall, dass die Orks anzeige erstatteten und Wilferedh als Zeuge geladen würde.

    Er versicherte, sich alles genau gemerkt zu haben und jeder Richter wüsste ohnehin, dass Orks nicht gut Kutschen lenken könnten.Nun ging der wagemutige Waldelbe in Richtung Hochmutgasse, die auf dem Stadtplan, den sein Vater, grob, gezeichnet hatte, mit einem dicken X gekennzeichnet war. Auf dem Weg hielt Wilferedh nach an einer Stelle, die ein wahrer Touristenmagnet war. Man konnte dort Portrait-Selfies machen. Man musste an einem Kiosk Zeichenkohle und Papier erwerben und sich dann auf einen Hocker vor einer Wand setzen. An der Wand waren polierte Metallplatten angebracht, in denen man sich spiegelte. Im Rücken des sitzenden spiegelte sich auch besonders prachtvolle Villen, auf der anderen Straßenseite. Nun musste man nur noch das gesamte Spiegelbild abzeichnen und hatte schon ein schönes Selfie. Wilferedh dachte wohl die Freunde zu Hause würden es ihm vielleicht nicht glauben, dass er die große Stadt besucht hatte. Nach dem Zeichnen, das Bild war wirklich sehr gut geworden, setzte unser Tourist in wichtiger Mission, seinen Weg fort und gelangte an die Pforte des Hauses Hochmutgasse 6. Er zog an dem Glockenseil und nach kurzer Zeit wurde die Tür, zaghaft, einen Spalt aufgemacht. Wir kaufen nichts und schon gar nicht von Waldpöbel. „Ich...äh...ich will nichts verkaufen, ich will zu meiner Tante Luziël!" Die Tür wurde ruckartig aufgerissen und gab den Blick frei auf eine junge Elbin. Sie hatte volle, kirschrote Lippen, farbige Strähnchen im Haar und um die Augen weiße Farbpunkte, die wie Lichter leuchteten. Aber besonders hatte sie zwei riesig große, bestimmt die größten die ich jemals sah, …..

    Du bist mein Cousin? „Äh, wenn deine Mama meine Tante ist und Luziël heißt!" Na schau mal einer an. Lern ich jetzt mal einen von der Waldschrat-Familie kennen. Komm rein, ich war gerade beim Kostüm ausprobieren, für den anstehenden Karneval. Wie betäubt trottete Wilferedh seiner Cuisine hinterher und geriet in eine Wolke aus Channeliël Nr. 5, was seinen Zustand noch verschlimmerte. Übrigens, mein Name ist Tunichgutiël. „Angenehm, ich heiße Wilferedh!", antwortete der Angesprochene etwas hölzern.

    Ganz meiner Seits, auch mir angenehm. Ich hatte ja keine Ahnung, was für 'n schnuckeliger Cousin ich habe. Übrigens, Mama ist nicht da. „Oh, wie schade!", log unser Waldelbe.

    Wilferedh wurde Zeuge der Kostümanprobe und später entschloss er sich, die mitgebrachte Buddel Waldmeisterbowle zu köpfen. Es wurde noch sehr gesellig und schließlich fragte Tunichgutiël ob ihr Gast es schon einmal getan hätte? „Ääh, ...ja schon, so halb!" Halb bedeutet so gut wie gar nicht. Wollen wir es tun? „Na ja, wir könnten es ja mal probieren!", meinte Wilferedh mit trockenem Hals. Den hatte er trotz der vielen Bowle. Oh fein, setzen wir uns aufs Bett und legen los.

    Nachdem es getan war, waren die beiden ziemlich erledigt und fielen erschöpft, wie sie waren, um und schliefen auf dem Bett ein. Sicher hatte die Bowle auch ihren Teil beigetragen.

    Am nächsten Morgen wachten sie etwas verkatert auf und Tunichgutiël eröffnete ihrem Gast erst jetzt, dass Tante Luziël die Verwöhn-Tage im Berg-Spaa nutzte und erst in einer Woche wieder heimkommen würde. „Oh schade, dann hab' ich sie ja verpasst. Dann muss ich halt ein anderes Mal wiederkommen!" Ja und dann können wir es mal wieder tun. „Sehr gerne, immer wieder, liebste Cousine!"

    Tunichgutiël brachte Wilferedh noch zur Kutschenhaltestelle und als diese kam verabschiedeten sie sich Herzlich. Noch lange winkte die Elbin der Kutsche hinterher und Wilferedh holte noch etwas Schlaf nach, den er wegen seinem Kater gut gebrauchen konnte. Als der Waldrand auftauchte und die Kutsche zwischen die Bäume mit ihren feierlich aussehenden weißen Kleidern eintauchte, war unserem Waldelben auch feierlich zu Mute. Feierlich! Wieso hämmerte dieses Wort ihm so im Kopf herum? Weiße Kleider? Feierlichkeit? Hmm, an was erinnerte ihn das alles nur? „Erinnert ein bisschen an das Ostariafest!" murmelte Wilferedh, im Halbschlaf, leise vor sich hin. Plötzlich riss er die Augen auf. Ihm war eingefallen, was er vergessen hatte.


    Wilferedh, den 02.02.2020


    spitze Öhrchen Und hier eine neue „Geschichte zum Bild."

    Bildquelle: Melyanna, Titel:  „Spitze Öhrchen!"


    Spitze Öhrchen

    Wilferedh ist ein Waldelbe, der den größten Teil seines bisherigen jungen, knapp sechshundertjährigen Lebens im Taur e-Ndaëdelos (Wald der großen Furcht) verbracht hat.

    Eines Tages, es war Februar, stapfte er durch den Schnee zu dem Mallorn-Baum seiner Familie. Dort angekommen musste er einem Schwall Küchenabfällen ausweichen, der von hoch oben aus der Baumkrone herabstürzte. Wilferedh schaute am Stamm nach oben zu der Plattform, die das Heim der Familie trug. Offenbar war es bald Essenszeit. An den Abfällen konnte unser Waldelb erkennen, was es am heutigen Tage zu beißen gab. Da lagen z.B. Zwiebelschalen, Salatstrunke und andere Teile, die auf ein durchaus schmackhaftes Mahl schließen ließ. Wilferedhs Familie gehörte zu der, unter Waldelben, weit verbreiteten Gruppe der Vegetarier. Promt meldete sich sein Magen durch heftiges Knurren. Na jetzt aber nichts wie hinauf, bevor die Platte geputzt ist (womit gemeint ist, bevor seine Angehörigen alles aufgegessen haben), dachte er und begab sich zur hölzernen Treppe, die sich um den breiten Stamm nach oben wand. Mallorns sind enorm groß und hoch. Elben sind zwar sehr leistungsfähig, aber man kann sich denken, dass auch der Kreislauf eines Spitzohrs, bis er oben anlangte, auf Touren kam. Keuchend und japsend erklomm unser junger Held die letzten Stufen auf allen Vieren und blieb auf der Veranda des Baumhauses, direkt vor der Tür, erst einmal liegen. Es gab zwar einen großen Korb, der per Seilwinde abgelassen und, natürlich hochgezogen werden konnte, aber der war für Großvater reserviert. Mit seinen dreitausendsechshundert und ein paar gequetschten Jahren, war er ja auch wirklich nicht mehr der Jüngste. Während Wilferedh heftig keuchend, noch so dalag, dachte er, nahe der Ohnmacht, daran, wie oft er diesen Baum noch besteigen musste und vor seinem geistigen Auge sah er, wie sein Opa, fröhlich winkend, im Korb auf- und abwärts fuhr. Plötzlich ging die Tür auf und Wilferedhs Mama stand, in ihrer ganzen elbischen Würde vor ihm. Ah, da bist du ja, du Faulpelz. Wir warten mit dem Essen und der junge Herr macht auf der Veranda ein Schläfchen. Wilferedh hob etwas den Kopf an und sah durch die offene Tür Schüsseln und Platten in großer Zahl, wild durcheinander, auf dem Tisch liegen und hinter dem Tisch, wie gerade Großpapa, das vermutlich aller letzte Salatblättchen, genüsslich, zwischen seinen Lippen, einsaugte. Hmm, wirklich deliziös, hörte er ihn sagen. Wie lange es wohl dauern würde, wenn ein Großvaterkörper, rein Theoretisch, über das Geländer viele, bis von unten ein Platsch-Geräusch zu hören war, ging es Wilferedh durch den Kopf, als er sich hochrappelte und sein Heim betrat. Da ist er ja, war von dem Herrn Vater zu hören, der am Kopfende des Tisches thronte und Opa meinte; früher waren wir immer pünktlich. Komm setz dich, essen ist zwar keines mehr da, sagte Papa und schaute dabei zu Großvater, aber ich habe dir etwas mittzuteilen. Also das ist so, du erinnerst dich doch sicherlich noch an deine Tante Luziël. Und ob sich Wilferedh an sie erinnerte. Sie wurde, in jungen Jahren, mal zur Miss Wald gewählt und galt damals als heiser Feger. Sie hatte sich, während eines Besuchs in der weißen Stadt der Hochelben, einen der dortigen Bewohner an Land gezogen, was einen gehörigen Skandal, innerhalb der Hochelben-Sossity, auslöste. Waldelben galten schließlich als etwas primitiv und unter diesen galten die Hochelben wiederum als hochnäsig. Oh ja, Tante Luziël war wirklich 'ne Marke. Also, die Sache ist die, dass wir dich zu ihr schicken müssen. „Was, ich, in die weiße Stadt!", Wilferedh stand der Mund offen. Ja, ich weiß, zu den Lackaffen in die Stadt gehen wir Waldelben nicht so gerne, aber ich fürchte es muss sein. Mutter setzte sich an den Tisch und griff in das Gespräch ein. Dein Vater hat recht, es ist ein Notfall, sonst würden wir dich ja auch nicht bitten. „Aber was gibt es denn so wichtiges in der Stadt?" Nun, mein Sohn, dass ist so; du erinnerst dich vielleicht an die reichbestickte Ostaria-Tischdecke, die deine Tante damals mit in die Stadt genommen hat. „Die schöne Tischdecke, damit sie eine Erinnerung an zu Hause hat, aber ja!" Nun, es ist bald Fasching und danach kommt dann ganz schnell das Ostaria-Fest und dein Großvater hätte so gern, dass wir am Fruchtbarkeitsfest zu Ehren der Göttin Ostaria, die alte Familienfest-Tischdecke, beim Festmenü auflegen. Der schon wieder, dachte Wilferedh und schielte zu Opi. „Na schön, wenn's sein muss!" Mit diesen Worten täuschte der brave Sohn vor, irgendeine Wahl zu haben.

    Fortsetzung Folgt!

    Chai-Tee ist indischer Gewürztee, mit Vanille, Kardamom, Pfeffer usw. drin. Gibt man Milch (ich benutze z.Z. Hafermilch) hinzu (wer mag, auch Zucker), ist der Chai-Latte fertig. :kaffee:

    Bin immer noch am seife-Sieden^^
    Eine mit Nelkengeruch für meinen Schwiegerpapa und eine, die dank Kiefernadelöl nach Erkältungsbad riecht... bei der mit Kiefernnadelöl hab ich außerdem versucht, Seifenstempel selbst zu basteln. Äh ja^^

    Ein Muster in der Seife sieht wie ein altgriechischer Helm aus. Sehr schön! Als ich in der Mittelalterszene aktiv war, habe ich nur handgemachte Seifen benutzt, obwohl die natürlich, auf den Märkten, wesentlich teurer waren.

    Hallo Iduna, das Bild ist toll geworden. Mir ist nur eine Kleinigkeit aufgefallen. Die Haut des Elben auf dem Titelbild ist rosiger als die des Avatar-Spitzohrs. Kann man das noch anpassen? Oder geht das nicht punktuell, also nur für das ganze Bild? Würde z.B. dann auch das Pferd grauer? Gruß, Wilferedh.

    Vielen Dank, hab' mir den Elben heruntergeladen und werde ihn gleich installieren.

    Hier die versprochene Entlohnung :stern::bstar::ostar::rstar::hbstar:

    Die Idee mit dem Hintergrundbild ist toll. Das Pferd ist phantastisch. Der Sattel, die Panzerung, einfach toll. Vielleicht könnte man dem Reitersmann einen schönen Gürtel verpassen und eventuell einen Dolch, oder so, dranhängen. Selbstverständlich gibt's für das Hintergrundbild einen extra Sternenregen. Grüße, Wilferedh.

    Hallo Iduna, Da haben wir es ja schon. Das letzte Bild ist es. Der Grauton lässt den Burschen „elbischer" wirken, als im vorherigen Bild, wo die rosige Haut menschlicher wirkt.

    Wie geht es denn jetzt weiter? Lade ich mir das fertige Bild (also ohne „Entwurf" Zeichen) auf meinen PC und dann in mein Profil, oder ladet ihr es aufs Profil?

    Ich möchte mich herzlich für deine Arbeit bedanken und hier schon einmal ein Vorschuss. :stern:, den Rest gibt's bei der endgültigen Übergabe der Ware. Bis dann, Wilferedh. :cloud9:

    Ja, die Kinn-Form finde ich besser so.

    Das mit Haarreif und Diadem war ein Missverständnis. Elben werden oft mit einem Stirnreif dargestellt. Der ist aus Metall (wie z.B. Silber) und liegt waagerecht um die Stirn, unter den Haaren. So ist er nur im Stirnbereich zu sehen. Oft ist er wie ein schmales Gittergeflecht mit einem, kleinen, Edelstein in der Mitte gearbeitet. Elben sind ja berühmt, für ihre filigranen Arbeiten. Alternativ wäre auch ein schmales Stirnband möglich, dass über den Haaren liegt und diese zusammenhält. So ein Schmuck-Accessoires ist aber nicht zwingend notwendig.

    Ich finde, dass der Elbe etwas traurig schaut (oder als hätte er die letzten Nächte keinen Schlaf bekommen). Vielleicht liegt das an den Linien, die wie Falten unter den Augen wirken. Suilad/Gruß, Wilferedh.

    Bild 2, mit der grünen, lederartigen Rüstung finde ich schon ganz gut. Die Kopfform könnte etwas Ovaler sein. Ich finde das Kinn etwas massiv. Auch ein silberner Stirnreif, vielleicht durchbrochen, eventuell mit einem kleinen Edelstein in der Mitte, wäre gut. Oder schau doch mal, ob ein Haarreif geht und was von beiden besser wirkt. Die Lippen könnten etwas voller sein (aber kein Botox).

    Die Ohren sind gut so.